Classic Cars – mehr als nur Fortbewegung

MG-RotDer Begriff Oldtimer bezeichnet im deutschen Sprachgebrauch ein Kraftfahrzeug (insbesondere ein Automobil, einen Lastkraftwagen, einen Omnibus, ein Motorrad oder einen Traktor), daneben auch eine Lokomotive oder ein Schiff, das je nach Klassifizierung eine bestimmte Altersgrenze von z. B. 30 Jahren überschritten hat. (aus: wikipedia)

Im Allgemeinen Sprachgebrauch hat sich jedoch der Begriff „Classic Car“ oder „Classic Bike“ durchgesetzt, wenn wir von Kraftfahrzeugen oder Motorrädern sprechen. Was ist das Faszinierende daran? Warum lieben Menschen alte Dinge, insbesondere alte Fahrzeuge, wenn die zeitgenössischen Exemplare mit viel besserer Technik, mehr Komfort und höherer Leistung daherkommen? Da muss man schon tief graben und weit ausholen.

Zunächst mal: Alte Autos sind schöner, als neue Autos. Das stimmt, was jedoch an dieser Aussage zweifelhaft ist, das ist die Tatsache, dass auch heute sehr moderne Fahrzeuge in 30 Jahren Oldtimer oder Classic Cars sein werden. Wenn man also konzediert, dass Altfahrzeuge schöner sind, würde das ja bedeuten, dass die heutigen Autos dann ebenfalls schöner sein werden als die zukünftigen. Das allein kann es also nicht sein.

Trotzdem muss man einräumen, dass bestimmte Formen und Bauweisen eben nur in bestimmten Epochen möglich waren. Heute werden eben keine Heckflossen mehr gebaut. Und ähnelte ein Kühlergrill in vergangenen Zeiten einem griechischen Tempel, so kann man heute nur noch von aerodynamischen Zweckbedingungen sprechen. Sicher werden auch heute noch schöne Autos gebaut. Ein Mercedes SL, ein Chrysler Crossfire, das sind natürlich schöne Fahrzeuge.

Mit Classic Cars geht noch etwas anderes einher: eine gewisse Nostalgie, die Erinnerung an vergangenen Glanz, die Wiederbelebung der Vergangenheit. Wer in einen Oldtimer steigt, der fährt nicht einfach nur Auto, nein, der taucht ein in eine vergangene Epoche.

Viele Classics würden wir heute nicht mehr wirklich fahren wollen, wie zB die noch Kutschen ähnelnden Ungetüme der Jahrhundertwende; diese bestaunen wir dann doch lieber im
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Wir von SCF betrachten das Restaurieren von Classic Cars oder Bikes als eine Art Puzzlespiel, oft ein Rätselraten, weil man erst recherchieren muss, wie bestimmte technische Lösungen funktionierten. Dazu kommen fehlende Ersatzteile, die man sich zur Not sogar selbst herstellen muss. Das Restaurieren alter Fahrzeuge ist nicht nur eine präparierende und bewahrende Tätigkeit, es ist auch stets ein Bekenntnis zur Bedeutung des Vergangenen. Daher betrachten wir diese Arbeit als Ehrensache und tragen ein Stück zur Konservierung alter Errungenschaften bei. Zum besseren Verständnis des Neuen und schlicht aus Respekt vor der Leistung vergangener Epochen.

Classic Cars, oder wie wir sie nennen – Oldtimer – vermitteln  eben nicht nur Fahrspaß, sondern repräsentieren ein Lebensgefühl. Wir teilen Ihre Leidenschaft, und restaurieren ihre Lieblinge mit Sorgfalt, Fachkenntnis und Hingabe.

Suzuki SJ 413

1. Sieht eigentlich noch ganz gut aus …

2. Schadensfeststellung

3. Neuaufbau

4. Finish

Restauration MG B Baujahr 1966

MGB-titel

DOKUMENTATION

RESTAURATION MG-B 1966
Dokumentation der Wiederinstandsetzung

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Technische Daten
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Fahrzeug: MB B

Fahrgestellnummer: GHN3-86503

Beginn der Restaurationsarbeiten: 2.10.1985

 

Ausgangszustand
Trauriger Anblick bei Beginn der Blechrestauration

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Aufgabenstellung:

Demontage sämtlicher korrodierter Blechteile. Beschaffung von Original-Blechteilen (soweit das möglich war). Beschaffung weiterer Original-Blechteile in Idstein.

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Durchführung
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Boden RH komplett herausgetrennt. Vorbereitung zum Einschweißen des neuen Bodens:
8. 10. 198

 

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Boden LH herausgetrennt und zum Einbau vorbereitet.
22.10.1987
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Schweller und Radkasten RH eingeschweisst.

17.11. 1987

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Schweller und Radkasten LH eingeschweißt

20.11.1987

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Abschlussblech eingeschweißt

23.11.1987

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Dezember 1988:

Rohkarosserie gestrahlt und spritzverzinkt.

Fa. Schwenger, Schorndorf

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Aktueller Zustand: 1.9. 2010 / 2016
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Frontansicht

 

Fahrgastrauem

Fahrgastraum

 

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Heckansicht

 

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Motorraum

Mercedes 250 Bj. 1979

Guten Tag, mein Name ist Moritz. Und ich bin älter, als wohl die meisten Benutzer dieser Webseite. Ich wurde 1979 bei Stuttgart geboren und diente 13 Jahre lang einem betagten Landarzt als Sonntagsausflugskarosse. Um 1992, als im Westen der Gebrauchtwagenmarkt explodierte, wurde ich an ein nettes junges Paar aus Frankfurt verkauft, die mich sehr gern hatten. Abends standen sie an ihrem Wohnzimmerfenster, blickten auf mich herab und stellten sich vor, dass in mir eines Tages ihre Kinder spielen würden. Wenn ich einst als Museumsstück in ihrem Garten mein Gnadenbrot fristen würde.

Doch es kam anders. Das Paar trennte sich, und ich blieb bei ihm, der mich einfach nicht hergeben wollte. Doch irgendwann wurde das Benzin ziemlich teuer, und ich muss zugeben, dass ich leider doch sehr durstig bin. Ausserdem hatte ich inzwischen einen üblen Auffahrunfall erlitten, als eine junge Frau einfach nicht nach vorne guckte und mir das Heck zerquetschte. Das tat weh, und die nachfolgenden Ausbesserungsarbeiten wurden leider sehr stümperhaft ausgeführt.

Alle lagen meinem Besitzer im Ohr, er sollte mich verkaufen – aber wer wollte mich betagtes Spritschluckendes Stück Altmetall schon haben? Ausserdem wollte er mich nicht verkaufen. Stattdessen stellte er mich in einem Schuppen in Bebra bei der Mutter einer Freundin unter. Dort stand ich dann lange Jahre und setzte Staub an. Ich war aber geduldig.

Irgendwann vor ein paar Jahren starb dann die Mutter der Freundin. Und das Haus musste verkauft werden – mitsamt dem Schuppen, in dem ich stand. Ich war jetzt regelrecht im Weg. Doch mein alter Besitzer hatte einen Freund: Siggi, von Siggis Classic Factory. Und der sagte: komm, wir holen Moritz nach Hause. Das haben sie getan. Und dann fing die Arbeit an. Auf den folgenden Bildern könnt ihr sehen, in welch jämmerlichen aber dennoch beeindruckendem Zustand ich war. Und was die Zauberer von Classic Factory aus mir machten. Viel Spass.

 

 

1 – So sah ich nach fast 20 Jahren aus, die ich in einem gut durchlüfteten Schuppen verbracht hatte. Wie man sieht, war ich immer noch ziemlich gut in Schuss. Na ja, ich bin ja auch ein Mercedes… Aber natürlich waren die Probleme nicht sofort zu sehen. Das zeigte sich erst nach einer gründlichen Inspektion. Was aber sofort auffiel, war der fehlende Stern. Den hatte mir irgendwann ein randalierender Banause abgerissen.

 

2 – Mir erschien es am Schrecklichsten, dass das Nummernschild fehlte. Dadurch wirkte ich so offensichtlich… stillgelegt. Aber mein neuer Besitzer hatte eher andere Probleme.

 

3 – Auch hier auf den ersten Blick keine besonderen Mängel (bis auf das fehlende Nummernschild natürlich).

 

4 – Man musste schon ganz genau hinsehen, um die kleinen Roststellen zu bemerken.

 

5 – Aber dann kam der üble Heckschaden zum Vorschein, den man nur „quick & dirty“ ausgebügelt hatte. Nur soviel, dass der TÜV nicht meckerte. Aber so kann man das natürlich nicht lassen!

 

6 – Hier sieht man den Schaden noch en Detail.

 

7 – Hier erkennt man sehr gut, dass auch der Querträger arg in Mitleidenschaft gezogen worden war. Das kaputte Heck wurde jetzt schon mal rausgetrennt.

 

8 . Hier nochmal mit geschlossenem Kofferraumdeckel. Dann sieht das jeder Blinde.

 

9 – Die Scheinwerfer wurden ausgebaut. Das ist offensichtlich.

 

10 – Man denkt immer, die Stoßstange eines Benz hält viel aus. Das ist auch so, aber schaut mal, was sich darunter verbirgt. Da hat man wieder ein Rempler das Weite gesucht, und ich hab es nicht bemerkt!

 

11 – Kleine Löcher hie und da. Leider hat mich der Rost nicht verschont. Aber, so schlimm ist das doch nicht, oder? Nichts, was Siggis Classic Garage nicht in den Griff bekäme…

 

12 – Der Querträger wurde gerichtet und wird für das neue Heckblech vorbereitet.

 

13 – Und da isses: mein schickes, neues Blech. Fühlt sich an, wie ein frisches, weichgespültes T-Shirt.

 

14 – Und wenn man den Deckel zumacht, merkt man erst, wie gut es passt.

 

15 – Hier sieht man deutlich, dass die Kotflügel weg sind.

 

16 – Und weil wir es symmetrisch lieben, hier auch.

 

17 – Hilfe, ich hab die Masern! Nein, das sind nur die Schweißpunkte. Bissi abgeschliffen, bissi ausgebeult und lauter so Sachen.

 

18 – Neue Schürze unterm Kühlerträger. Na gut, da war auch ein wenig Rost…

 

19 – Feinarbeiten vor der Lackierung. Alles wird fein gespachtelt, geschliffen, poliert, damit sich der Lackierer freut 🙂

 

20 – Neuer Kotflügel. Eigentlich gefällt mir das Schwarz auch recht gut. Hmm…

 

21 – Noch ein schwarzer Kotflügel.

 

22 – Der Innenraum war zwar nicht kaputt, auch wenn da jemand an der Konsole genagt hatte, aber es musste halt alles raus, um ordentlich sauberzumachen. Ausserdem musste auch hier für den Lackierer vorgearbeitet werden.

 

23 – Es wurde GRÜNDLICH saubergemacht.

 

24 – Ihr glaubt gar nicht, was da alles zum Vorschein kam. In so vielen Jahrzehnten sammelt sich eine Menge Zeug in den Ritzen an…

 

25 – Ich soll auch neue Felgen kriegen. Um beim Ersatzrad haben sie schonmal angefangen…

 

26 – Frisch vom Lackierer. Jetzt erkenne ich mich langsam wieder…

 

27 – Mein Motor war immer noch perfekt in Schuss. Unverwüstlich. Selbst nach 20 Jahren in der Scheune musste man nur kurz den Zündschlüssel rumdrehen und er sprang an. Und schnurrte wie ein Kätzchen. Das ist halt noch Qualität!

 

28 – Eigentlich haben mir die alten Radabdeckungen gut gefallen. Daher hier nochmal zur Erinnerung: die sind original!

 

29 – Aber ich bekam neue. Hier schonmal ein Blick auf das fertig lackierte Heck.

 

30a – Und da steh ich nun in der Sonne. Wie neu!

 

30b – Ein wirklich schmucker Oldtimer.

 

30c – Und meinen guten Stern auf allen Straßen habe ich auch wieder 🙂

Der Beweis, dass ich ein Oldtimer bin…